Ich habe kein übertrieben gutes Verhältnis zu meinem Großvater väterlicherseits, was zu einem großen Teil damit zusammenhängen könnte, dass er zwei Jahre vor meiner Geburt von uns – was in diesem Fall ja eher von denen, die damals schon lebten, heißen müsste – ging. Aber auch unabhängig von der Tatsache, dass er Zeit meines Lebens einen eher unlebendigen Eindruck machte (was man ihm nun wirklich nicht zum Vorwurf machen sollte), erfahre ich aus Erzählungen immer wieder, dass sein Leben von Freudlosigkeit und römisch-katholischer Askese geprägt war. Sein Leben kam ohne Fernseher und Auto, dafür mit einer Menge Plunder klar, dem ich dann als Vierjähriger beim Hausausräumen mit einer Mischung aus Grusel und Faszination begegnete.

Vermutlich verliefen große Teile seines Lebens unbelastet von Konzepten wie Ironie. Und so käme es wohl aus seiner Sicht überraschend, dass er und ich diesen Spot mit Begeisterung sähen.

[via electru]

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Aus München erreicht mich die folgende, flehliche Bittschrift:

Mein Name ist Marc. Ich bin Angestellter und leidenschaftlicher Fußballer. Für meinen Verein findet heute ein äußerst wichtiges Spiel statt, aber leider bin ich mir nicht sicher, ob es mir und meinen Sportsfreunden mit fairen Mitteln gelingen wird, den Sieg zu erringen. Der Mannschaftsrat hat daher – bei einer Enthaltung – beschlossen, uns durch Täuschung über nicht erfolgte körperliche Atacken gegenüber dem Schiedsrichterpersonal Torraumszenen zu verschaffen. Da meine Kameraden und ich aber stets die Fairness als oberstes Gebot unserer Leibesertüchtigung angesehen haben, sind wir äußerst unschlüssig, wie am besten vorzugehen ist. Gibt es Lehrvideos, die – vielleicht anhand prominenter Vorbilder – Grundlagen und Technik der Schwalbe vermitteln?

Selbstverständlich. Und wie Sie sehen werden, sind zur realistischen mimischen Darstellung nicht einmal Grundkenntnisse des method acting erforderlich.

Ewald Lienen wünscht viel Erfolg.

Wer Ewald Lienen dafür kritisiert, ein Freund des lauen Humors zu sein, irrt sich auf nicht weniger als zwei Ebenen.

Zum einen bin ich jemand, der sich seiner Umgebung genau anzupassen weiß, weshalb man mich weit über die Stadtgrenzen Elberfelds hinaus als Ewald „Chamäleon“ Lienen bekannt bin. Wenn ich also nicht die ganz großen Massenvernichtungswaffen der Unterhaltung aus dem Humorarsenal hervorhole, dann einerseits, weil ich das Gleichgewicht des Schreckens nicht stören möchte, indem ich meine deutschen Leser überfordere. Zum anderen ist meiner Leserschaft offenbar nicht bewusst, dass feinsinniger Humor von erster Qualität etwas ist, das – gerade in Verbindung mit Deutschen – dramatische und auf Jahre traumatisierende Folgen haben kann.

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Jeder, dessen Tag erst nach dem Kaffee tatsächlich beginnt, wird einsehen, dass es den einen oder anderen Becher Kaffee erfordert, um so entspannt zu lächeln wie die Mona Lisa.

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…und bringt das Ganze anschließend zum Einsturz.

Aber – hey! – selbst dafür braucht er fünf Versuche.

[via ohhaveyouseenthis]

Von den vielfältigen Gründen, sich darüber zu ärgern, in den achtziger Jahren nicht schon erwachsen gewesen zu sein, dürfte der, der Möglichkeit beraubt worden zu sein, per Videokassette auf die Partnersuche zu gehen, der meistgenannte sein. Ich wüsste gern, wie viele Ehen aus diesem Filmmaterial hervorgegangen sind. Ich tippe aber auf den Telefon-Rosenkavallier, „bubble bath“-Mann und der freundliche Bruder von Ion Tiriac, der auf multiethnische Damen abfährt. Vermutlich sucht der junge Herr im Hawaii-Hemd noch heute nach einer leicht verrückten Frau, die dazu neigt, zu viel Essen zu bestellen.

Anfragen leite ich natürlich gern weiter. Auch an den Wikinger.

[via nerdcore]

Ich bin ein leidenschaftlicher Hörer und Sprecher von Fremdsprachen, die ich nicht beherrsche. So sehr, dass ich den Menschen in meiner Umgebung gerne die schwedische Version des Wikipedia-Artikels über Britney Spears vorlese, ohne ein Wort davon zu verstehen. Ich bin aber auch ein Fan der japanischen Kunstform des Kawaii, die man hierzulande wahrscheinlich eher als Fernostkitsch diffamieren würde. Und ich interessiere mich sehr für Politik. Aber nie hätte ich gedacht, dass ich diese drei Leidenschaften einmal in einem Video vereint finden würde. Noch nie habe ich mich noch nie so gern geirrt.

Jedes Land hat das Fernsehen, das es verdient, sagt ein TV-Produzenten-Sprichwort. Und während in Deutschland Anna die Liebe, Bauern Frauen und Deutschland den Superstar sucht, haben die Japaner ihre Form des Doku-Soap-Edutainment schon gefunden: Eine Geschichte von Liebe, Verrat, nackten Oberkörpern, dem Papst, Kim Jong Il und schriller Musik. Und das unter dem Titel „My boyfriend is the president“. Ich bin dann mal wieder begeistert.

Irgendwann müssen diese Japaner mir das aber erklären.

Dem regelmäßigen Leser dieses Blogs ist freilich bekannt, dass dies der weltweit führende Raubtierblog ist und Pflichtblatt für National-Geographic-Fotografen, die gefräßigen Seeleoparden begegnen.

Dieser – oftmals als monothematisch belächelten – Berufung eingedenk erlaubt sich der Autor, seines Zeichens Träger des goldenen Ehrenzeichens der deutschen Gesellschaft zur Volksaufklärung in Fragen der Nahrungskette, auf dieses beeindruckende Bilddokument hinzuweisen, in dem ein mutiger Naturfotograf davon berichtet, wie er in antarktischem Gewässer badend einem Seeleoparden begegnete und von ihm mit Pinguinen gefüttert wurde.

[via boingboing]

Es ist allgemein bekannt, dass alle Serien von Seth MacFarlane ein einzigartiges Konzept haben. Mit „einzigartiges Konzept“ meine ich natürlich „identische Ausgangssituation“ und mit „allgemein bekannt“ meine ich „so offensichtlich, dass es sogar einem abgelenkten Zweijährigen, der die Teletubbies nur mit Mühe vom SPD-Präsidium unterscheiden kann, auffallen müsste“. Das ist auch den Jungs von College Humor aufgefallen. Jungs von College Humor im Sinne von „Leute mit Teenagerhumor, zu viel Zeit und einem übertrieben großen Budget“.

Und die haben daraus ein witziges Video gemacht. Und mit „witzig“ meine ich „mittelmäßig unterhaltsam“.

Vodpod videos no longer available.

Gut. Der Mann ist vom cirque du soleil. Aber muss man sich dann gleich so aufführen? Kann man sich nicht ein kleines bisschen unterordnen und wenigstens so tun, als fänden die Gesetze der Schwerkraft auch auf einen selbst Anwendung?

Das kann doch nicht so schwer sein.

[via gizmodo]