Ich war als Kind nicht sonderlich beliebt. Ich war schon damals ein furchtbarer Besserwisser, trug gern Hemden und – ja – ich habe beim Sehtest gelogen, um eine Brille zu bekommen. Wobei ich entsetzlich scheiterte und statt einer schicken Sehhilfe mit Kassengestell eine Predigt über das furchtbare und dennoch wenig beweinte Schicksal von Simulanten mit nach Hause bekam.

Ich war so etwas wie Nerd, der sich mit Computer nicht auskennt.

Aber einen imaginären Freund hatte ich dabei nie. Und erst recht keine Freundin.

Daher fehlt mir sicher einfach nur das Verständnis für den untersetzten Teenager mit der gelben Brille und das vollkommen glaubwürdig begeistertete farbige Mädchen und ihre Entscheidung, mit Gott auszugehen.

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Aber der Lockenkopf im gelben T-Shirt und das Mädchen mit den mittelscharfer-senffarbenen Haaren haben bestimmt ihre Gründe, sich mit dem Schöpfer des Himmels und der Erde (und – nebenbei bemerkt – der Kakerlaken, der Hämorrhoiden und des Wembleytors) einzulassen, obwohl er deutlich älter ist als sie und einen ziemlich mutterfixierten Sohn hat.

Und der Sozialarbeiter mit dem Sphärenklang-Hintergrund hätte auch mich beinahe überzeugt.

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